Rezensionen

04.08.2016 Neue Zürcher Zeitung Jan Koneffke

Schon im Vorgängerbuch hatte Twardoch mit einer körperlosen Erzählerinstanz experimentiert, deren Kommentare aber bisweilen eher störend wirkten. Das ist in «Drach» ganz anders. Denn der «Geist der Erzählung», dessen sich der Autor hier bedient, ist die Erde selbst: nicht der Planet Erde, sondern das Element, die krude Materie aus Sand und Stein, die Erdoberfläche, aus...

17.03.2018 Die Presse Christoph Bartmann

Ein Motto aus Herman Melvilles „Moby Dick“ ist dem Roman vorangestellt: „Wer ist denn kein Sklave?“ Nun, Jakub Shapiro ist wohl kein Sklave, der titelgebende Boxer oder König von Warschau, wie er im polnischen Original heißt. (...)

Aber insgesamt wird der Roman von einem mächtigen, geradezu melvillehaften erzählerischen...

17.03.2018 Zeit Online Tomasz Kurianowicz

Bei jedem Buchprojekt setze er neu an, um eine Sprache zu finden, die zum jeweiligen Narrativ passt. In Der Boxer ist es eine Ästhetik der Gewalt geworden, die in vielen Szenen wie ein permanenter Kugelhagel blitzt. Der Text macht dem Leser klar, wie brutal das Warschauer Leben war - vor allem für die ungelieb- ten polnischen Juden, mit denen sich der Schlesier Twardoch,...

03.02.2018 Der Spiegel Jurek Skrobala

„Der Boxer“ war in Polen ein Bestseller. Vielleicht dank seiner tarantinohaft detail- versessenen Darstellungen von Gewalt und Exzess, vielleicht auch dank seiner poetischen Zwischentöne, wohl aber auch, weil Leser und Kritiker im Roman Paralleen zur aktuellen politischen Lage in dem Land fanden (...)

Auch auf den...

14.06.2019 Süddeutsche Zeitung Insa Wilke

Wenn Männer über ihre Kinder schreiben, sind Frauen meistens abwesend. Auch bei Szczepan Twardoch. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, auch wenn Frauen über Mutterschaft schreiben, kommen sie meistens ohne die Väter aus. Ausgleichende Gerechtigkeit. (...)

Vieles an diesem Buch ist interessant. Zum Beispiel, dass es die...

27.01.2018 Badische Zeitung Ulrich Steinmetzger

Ein wenig ähnelt er Jakub Shapiro aus dem dritten nun auf Deutsch vorliegenden und von Olaf Kühl wieder exzellent übertragenen Roman „Der Boxer“. Den annonciert sein Verlag als „ein Buch wie ein Faustschlag“, und genau so ist es. (...)

Szczepan Twardochs manchmal ins Surrealistische spielenden Erzählstil packend zu...

27.02.2014 Frankfurter Allgemeine Zeitung Friedmar Apel

Diesen Mann ohne Eigenschaften treiben allein die Sucht und der Sex um Der Krieg ist das Unästhetische: Szczepan Twardoch hat einen provokanten Roman über die deutsche Besetzung Warschaus geschrieben. (...)

Aber auch er schwankt je nach Morphin-, Kokain- und Alkoholspiegel zwischen Grandiosität und Selbstverachtung....

21.06.2014 Süddeutsche Zeitung Jens Bisky

Das groteske Weltverlusttheater endet in einem Finale, das den Leser für einen Augenblick enttäuscht, wünscht er doch dem herrlich haltlosen, human verkommenen Konstanty ein anderes Ende. Doch wird im Rückblick rasch klar, dass es anders nicht ausgehen konnte, die Motive des Schlusses waren lange vorbereitet. Man hat sie nur nicht gleich miteinander verbunden, nicht...

10.05.2014 Badische Zeitung Katrin Hillgruber

Szczepan Twardochs Roman-Pandämonium "Morphin" irrlichtert durch Warschau im Zweiten Weltkrieg. Das Buch ist so bildkräftig – es schreit nach einer Verfilmung. (...)

Offensichtlich ist es ein Privileg der jüngeren polnischen Schriftstellergeneration, sich der eigenen Geschichte derart provokativ zu nähern. "In einem...

03.05.2014 Berliner Zeitung MATHIAS SCHNITZLER

Wie konnte aus alledem ein nationaler Bestseller werden? Es ist vor allem die starke, sinnliche, maßlose Sprache, die begeistert, auch in Olaf Kühls packen - der Übersetzung. Der ganze Roman ist geschrieben wie im Rausch. Er adaptiert Techniken der klassischen Moderne und beruft sich vor allem auf den großartigen Autor und Künstler Stanislaw Witkiewicz, genannt Witkacy...