Rezensionen

10.10.2020 Frankfurter Allgemeine Zeitung Katharina Teutsch

Das, was alle Bücher Twardochs so brillant inszenieren, ist der ewige Widerspruch zwischen dem ideologischen Überbau und dem verstrickten Einzelschicksal. Auch „Das schwarze Königreich“ hat nicht den polnischen Antisemitismus zum Thema, sondern den Kampf zwischen dem, was sein soll, und dem, was der Einzelne daraus macht. (...)

Wie schon "Der Boxer" soll auch dieser Roman sein Publikum umwerfen, und er tut es in der Kombination einer eingängigen, ein wenig an "Babylon Berlin" erinnernden Retro-Noir-Ästhetik mit einer auch nicht sehr subtilen, aber provokanten Botschaft an neue polnische Nationalisten: Ihr seid vielleicht gute Nationalisten, aber die Juden waren die besseren Patrioten.

Ein wenig ähnelt er Jakub Shapiro aus dem dritten nun auf Deutsch vorliegenden und von Olaf Kühl wieder exzellent übertragenen Roman „Der Boxer“. Den annonciert sein Verlag als „ein Buch wie ein Faustschlag“, und genau so ist es. (...)

Szczepan Twardochs manchmal ins Surrealistische spielenden Erzählstil packend zu...

03.02.2018 Der Spiegel Jurek Skrobala

„Der Boxer“ war in Polen ein Bestseller. Vielleicht dank seiner tarantinohaft detail- versessenen Darstellungen von Gewalt und Exzess, vielleicht auch dank seiner poetischen Zwischentöne, wohl aber auch, weil Leser und Kritiker im Roman Paralleen zur aktuellen politischen Lage in dem Land fanden (...)

Auch auf den...

17.03.2018 Zeit Online Tomasz Kurianowicz

Bei jedem Buchprojekt setze er neu an, um eine Sprache zu finden, die zum jeweiligen Narrativ passt. In Der Boxer ist es eine Ästhetik der Gewalt geworden, die in vielen Szenen wie ein permanenter Kugelhagel blitzt. Der Text macht dem Leser klar, wie brutal das Warschauer Leben war - vor allem für die ungelieb- ten polnischen Juden, mit denen sich der Schlesier Twardoch,...

28.08.2020 Hamburger Abendblatt Heinrich Oehmsen

Twardochs neues Buch ist ein Roman der Extreme (...)


„Das schwarze Königreich“ ist ein weiteres Beispiel für Twardochs enorme Sprachkraft. Immer wieder verschlägt es dem Leser den Atem, wenn er den apokalyptischen Zustand des zerstörten Warschaus beschreibt und den Versuch seiner Protagonisten, sich ihre...

04.08.2016 Neue Zürcher Zeitung Jan Koneffke

Schon im Vorgängerbuch hatte Twardoch mit einer körperlosen Erzählerinstanz experimentiert, deren Kommentare aber bisweilen eher störend wirkten. Das ist in «Drach» ganz anders. Denn der «Geist der Erzählung», dessen sich der Autor hier bedient, ist die Erde selbst: nicht der Planet Erde, sondern das Element, die krude Materie aus Sand und Stein, die Erdoberfläche, aus...

17.03.2018 Die Presse Christoph Bartmann

Ein Motto aus Herman Melvilles „Moby Dick“ ist dem Roman vorangestellt: „Wer ist denn kein Sklave?“ Nun, Jakub Shapiro ist wohl kein Sklave, der titelgebende Boxer oder König von Warschau, wie er im polnischen Original heißt. (...)

Aber insgesamt wird der Roman von einem mächtigen, geradezu melvillehaften erzählerischen...

14.06.2019 Süddeutsche Zeitung Insa Wilke

Wenn Männer über ihre Kinder schreiben, sind Frauen meistens abwesend. Auch bei Szczepan Twardoch. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, auch wenn Frauen über Mutterschaft schreiben, kommen sie meistens ohne die Väter aus. Ausgleichende Gerechtigkeit. (...)

Vieles an diesem Buch ist interessant. Zum Beispiel, dass es die...

27.02.2014 Frankfurter Allgemeine Zeitung Friedmar Apel

Diesen Mann ohne Eigenschaften treiben allein die Sucht und der Sex um Der Krieg ist das Unästhetische: Szczepan Twardoch hat einen provokanten Roman über die deutsche Besetzung Warschaus geschrieben. (...)

Aber auch er schwankt je nach Morphin-, Kokain- und Alkoholspiegel zwischen Grandiosität und Selbstverachtung....