Rezensionen

27.01.2018 Badische Zeitung Ulrich Steinmetzger

Ein wenig ähnelt er Jakub Shapiro aus dem dritten nun auf Deutsch vorliegenden und von Olaf Kühl wieder exzellent übertragenen Roman „Der Boxer“. Den annonciert sein Verlag als „ein Buch wie ein Faustschlag“, und genau so ist es. (…)

Szczepan Twardochs manchmal ins Surrealistische spielenden Erzählstil packend zu nennen, wäre untertrieben. Wie der Autor die zu allem bereite...

03.02.2018 Der Spiegel Jurek Skrobala

„Der Boxer“ war in Polen ein Bestseller. Vielleicht dank seiner tarantinohaft detail- versessenen Darstellungen von Gewalt und Exzess, vielleicht auch dank seiner poetischen Zwischentöne, wohl aber auch, weil Leser und Kritiker im Roman Paralleen zur aktuellen politischen Lage in dem Land fanden (…)

Auch auf den ersten Seiten des „Boxers“ – Jakub Shapiro wird gleich einen...

17.03.2018 Zeit Online Tomasz Kurianowicz

Bei jedem Buchprojekt setze er neu an, um eine Sprache zu finden, die zum jeweiligen Narrativ passt. In Der Boxer ist es eine Ästhetik der Gewalt geworden, die in vielen Szenen wie ein permanenter Kugelhagel blitzt. Der Text macht dem Leser klar, wie brutal das Warschauer Leben war – vor allem für die ungelieb- ten polnischen Juden, mit denen sich der Schlesier Twardoch, so der Eindruck...

14.06.2019 Süddeutsche Zeitung Insa Wilke

Wenn Männer über ihre Kinder schreiben, sind Frauen meistens abwesend. Auch bei Szczepan Twardoch. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, auch wenn Frauen über Mutterschaft schreiben, kommen sie meistens ohne die Väter aus. Ausgleichende Gerechtigkeit. (…)

Vieles an diesem Buch ist interessant. Zum Beispiel, dass es die Überlegung anstößt, ob Szczepan Twardoch in Polen mit seinen...

27.02.2014 Frankfurter Allgemeine Zeitung Friedmar Apel

Diesen Mann ohne Eigenschaften treiben allein die Sucht und der Sex um Der Krieg ist das Unästhetische: Szczepan Twardoch hat einen provokanten Roman über die deutsche Besetzung Warschaus geschrieben. (…)

Aber auch er schwankt je nach Morphin-, Kokain- und Alkoholspiegel zwischen Grandiosität und Selbstverachtung. „Ich bin Konstanty Willemann“, sagt er unzählige...

21.06.2014 Süddeutsche Zeitung Jens Bisky

Das groteske Weltverlusttheater endet in einem Finale, das den Leser für einen Augenblick enttäuscht, wünscht er doch dem herrlich haltlosen, human verkommenen Konstanty ein anderes Ende. Doch wird im Rückblick rasch klar, dass es anders nicht ausgehen konnte, die Motive des Schlusses waren lange vorbereitet. Man hat sie nur nicht gleich miteinander verbunden, nicht gleich ihre Bedeutung...

10.05.2014 Badische Zeitung Katrin Hillgruber

Szczepan Twardochs Roman-Pandämonium „Morphin“ irrlichtert durch Warschau im Zweiten Weltkrieg. Das Buch ist so bildkräftig – es schreit nach einer Verfilmung. (…)

Offensichtlich ist es ein Privileg der jüngeren polnischen Schriftstellergeneration, sich der eigenen Geschichte derart provokativ zu nähern. „In einem bestimmten Punkt hat Polen keine Geschichte,...

03.05.2014 Berliner Zeitung MATHIAS SCHNITZLER

Wie konnte aus alledem ein nationaler Bestseller werden? Es ist vor allem die starke, sinnliche, maßlose Sprache, die begeistert, auch in Olaf Kühls packen – der Übersetzung. Der ganze Roman ist geschrieben wie im Rausch. Er adaptiert Techniken der klassischen Moderne und beruft sich vor allem auf den großartigen Autor und Künstler Stanislaw Witkiewicz, genannt Witkacy (1885- 1935)....

05.04.2014 Markische Oderzeitung Mathias Puddig

Konstanty Willemann ist kein Held. Der 30-Jährige hat zwar gegen die Deut- schen gekämpft – als Offizier sogar – doch getötet hat er niemanden. Und das ist für die Hauptfigur in Szczepan Twardochs Zweiter-Weltkrieg-Roman „Morphin“ das Mindeste, um als Held zu gelten. Doch das Militärische hat ihm sowieso nicht so gelegen. Viel lieber erinnert er sich an die Zeiten vor dem Einmarsch der...

19.07.2016 Süddeutsche Zeitung Helmut Böttiger

Dieser Erzähler weiß alles. Sobald er eine Figur auftauchen lässt, weiß er nicht nur, wo sie herkommt, was sie verdrängt hat und was sie anderen verschweigen möchte, sondern er weiß auch um ihre Zukunft – vor allem, wann sie stirbt. Er hat immer alles gleichzeitig im Blick. Schon auf den ersten Seiten reibt man sich deshalb verwundert die Augen. Und man ahnt, dass Szczepan Twardochs Buch, das...