Rezensionen

Das schwarze Königreich

Süddeutsche Zeitung Christoph Bartmann

Wie schon „Der Boxer“ soll auch dieser Roman sein Publikum umwerfen, und er tut es in der Kombination einer eingängigen, ein wenig an „Babylon Berlin“ erinnernden Retro-Noir-Ästhetik mit einer auch nicht sehr subtilen, aber provokanten Botschaft an neue polnische Nationalisten: Ihr seid vielleicht gute Nationalisten, aber die Juden waren die besseren Patrioten.


Erging sich der frühere Roman noch im Lobpreis boxender Männlichkeit, so erleben wir den geschwächten König nun in der Obhut fürsorglicher Frauen. Wenn keine Hilfe von Frauen käme, auch das eine Kernbotschaft, wäre der alternde Boxer in seiner ganzen fatalen Heldenhaftigkeit noch viel früher erledigt. Einst war er der Schrecken von Warschau, dann gewannen Alkohol und Wohlleben die Oberhand, jetzt wird dem Boxer ein Alter in Würde von ganz neuen Feinden verwehrt. Bei den Polen hatte Shapiro sich stets Respekt verschafft, gegen die Deutschen hingegen ist mit den Waffen eines Boxers nichts auszurichten.


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