Rezensionen

Der Boxer

Die Presse Christoph Bartmann

Ein Motto aus Herman Melvilles „Moby Dick“ ist dem Roman vorangestellt: „Wer ist denn kein Sklave?“ Nun, Jakub Shapiro ist wohl kein Sklave, der titelgebende Boxer oder König von Warschau, wie er im polnischen Original heißt. (…)

Aber insgesamt wird der Roman von einem mächtigen, geradezu melvillehaften erzählerischen Atem vorangetrieben, von einem boxerischen „Punch“, in dem die Wiederholungen vielleicht nur als Atempause dienen. (…)

Warschau ist groß in diesem Roman, schmutzig, gefährlich, laut und wild. Nur ein paar Hauptstraßen hat man in diesem „Paris des Nordens“ asphaltiert, die jüdische Bevölkerung ist weithin segregiert von der polnischen – und spricht meistens Jiddisch, wie auch bei Twardoch.